
Wenn Scham das Essen begleitet
Was Du gleich liest, ist eine verdichtete Szene aus vielen Gesprächen, die ich in meiner Praxis geführt habe. Sie steht stellvertretend für das, was so viele bewegt: die Angst, gesehen zu werden. Die Scham um den eigenen Körper. Der innere Kampf, der niemandem auffällt – außer einem selbst.
Wie es sich anfühlt, ständig gesehen und bewertet zu werden
Ich komme aus einer Gegend, in der jeder jeden kennt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal im Supermarkt war, ohne dass mir ein bekanntes Gesicht mehr oder weniger freundlich entgegenblickte. Es war mir schon immer unangenehm an der Kasse zu stehen und den Leuten anzusehen, was sie denken. „Kein Wunder, dass die so aussieht bei dem Einkauf.“ Manchmal habe ich deshalb ganz bewusst abgewartet bis das bekannte Gesicht ins Auto gestiegen ist. Es ist schlimm genug was Fremde von mir denken, aber vor Bekannten wird die Scham manchmal einfach zu groß. Die Scham mit meinem Körper zu leben. Die Scham mal wieder nicht stark genug zu sein, um mich gegen das Regal mit der Schokolade zu wehren. Meine Bekannten sollen bitte nicht wissen, wie groß mein innerer Kampf ist und wie häufig ich ihn verliere. Das zu verstecken habe ich gut geschafft, denn wie oft wurde ich für meinen starken Willen während meinen Diätphasen gelobt. Was aber keiner weiß ist, dass ich mir in der Eisdiele zwei Eisbecher bestelle. Eigentlich würde mir einer reichen, aber weil ich nicht will, dass die Dicke alleine mit einem Eis gesehen wird, nehme ich gleich zwei. Ich lasse sie einpacken und packe sie zu Hause aus. Ich bin alleine. Eigentlich brauche ich nur einen. Ich schäme mich für die ganze Aktion. Da ist der zweite Becher auch plötzlich leer. Mir ist schlecht.
Was hinter Scham und heimlichem Essen wirklich steckt
Warum solche Situationen entstehen – und nichts mit „Willensstärke“ zu tun haben
Viele Menschen, die mit dem Essen kämpfen, erleben Situationen wie diese – voller Scham, Druck und stummen Vergleichen. Situationen wie diese entstehen nicht, weil jemand „schwach“ ist.
Sie entstehen, weil wir in einer Kultur leben, die Menschen mit Mehrgewicht ständig beobachtet, bewertet und kommentiert – offen oder im Stillen.
Sich zu verstecken, im Geheimen zu essen oder unter sich zu leiden, ist eine Folge davon, nicht der Auslöser.
Ein anderer Blick auf Essen, Bedürfnisse und Selbstfürsorge
Was hilft, ist ein anderer Blick:
Stück für Stück kann man wieder lernen, Entscheidungen für sich zu treffen – nicht gegen sich. Und Essen nicht als Kampf, sondern als Bedürfnis zu sehen.
Genau mit solchen Themen arbeite ich in meiner Praxis: mit der Scham, dem Druck, den alten Glaubenssätzen und den tiefen Bedürfnissen dahinter.
Viele meiner Klientinnen sind überrascht, wie befreiend es ist, all das nicht mehr alleine zu tragen.
Gibt es Situationen, in denen Du Dich beim Essen beobachtet oder bewertet fühlst – von außen oder von Dir selbst?
Du musst damit nicht allein bleiben
Wenn Du Dich in solchen Momenten wiedererkennst und spürst, dass Du damit nicht allein sein möchtest: In meiner Praxis findest Du einen wertschätzenden Raum, in dem alles Platz haben darf. Melde Dich gern für ein unverbindliches Kennenlernen, wenn Du Unterstützung möchtest. Schreib mir hier.
Alles Liebe,
Lena


